Heute habe ich so ein Schwammgefühl. Es stellt sich häufig ein, wenn ich lange an einer bestimmten Fragestellung herumdenke, am Text meiner Arbeit feile, jedenfalls eng an meinem Thema bin. So wie die letzten Wochen und Monate eigentlich ständig.
Gestern habe ich den Schreibtisch aufgeräumt, und nichts hält mich davon ab, endlich das Schlussfazit in Angriff zu nehmen.
Außer das Schwammgefühl. Das Schwammgefühl treibt mich in die nächste Buchhandlung und lässt mich stapelweise und ohne Rücksicht auf meine finanziellen Möglichkeiten Bücher kaufen. Die weit weg sind von meinen offiziellen „main fields of Interest“. Alice Schwarzers Biographie über Romy Schneider, Per Olov Enquists Autobiographie und Daniel Kehlmanns „Ruhm“ fanden letztes Mal auf diese Weise den Weg hierher und wurden – nein, nicht gelesen, sondern regelrecht aufgesaugt. Daher Schwammgefühl.
Das Schwammgefühl sorgt dafür, dass ich ein guter Prokrastinierer bin, und kein Fachidiot. Positiv ausgedrückt. Negativ ausgedrückt, hindert es mich daran, ein wirklich disziplinierter, focussierter Wissenschaftler zu sein.
Was ist mir lieber?

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