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Beweise dafür, dass diese Welt im Allgemeinen eine ungerechte ist, findet man allenthalben und überall. Die Beatles zum Beispiel: Welcher wurde erschossen, und welcher kitscht immer noch fröhlich herum?
Der Gerechtigkeit halber ist aber hinzuzufügen: Auch Paul hat seine Moments of Brillance gehabt, auch wenn uns das nicht unbedingt fröhlicher macht heute:
Heute, im Stadtarchiv:
Ein Filmemacher auf der Suche nach historischem Material. Das ist ein Film, glaube ich, überlegt die Archivarin und zückt das Bestellformular für die Mikrofilme. Ja, sagt der Filmemacher, das wird ein Film.
Danach zwei Taubstumme, denen, als man sich (bei Kenntnis der Lage) nicht auf Anhieb verständigen kann, auf Englisch geantwortet wird. Süddeutsches Archivarsenglisch.
Die Archivarin eine missgelaunte und auf Anhieb eher unsympathische Frau, von der man im Laufe eines dreistündigen Aufenthalts im Lesesaal aus von ihr mit Kollegen geführten kurzen Gesprächsfetzen aber erfährt, dass sie nachher noch zum Kieferorthopäden muss und seit Tagen von Coca-Cola lebt.
Es war interessant, aber immer noch und jedes Mal frage ich mich, warum in Archiven meistens nicht das in Bibliotheken standardmäßige Sprechverbot herrscht. Schließlich erfordert es weit mehr Konzentration, süddeutsches Beamtensütterlin von 1880 zu entziffern, als irgendeinen frisch gedruckten Gesetzestext.
Leute, macht es Euch doch nicht so schwer. So ein Samstagnachmittags-Stadtteilfest bei wechselndem Regenwetter kann man wirklich auch ausfallen lassen, wenn es ohnehin nur aus ein paar Alleinunterhaltern besteht, die alte Schunkelklassiker aus den 70er-80er Jahren in ein übersteuertes Mikro brüllen, und weiterhin aus einem furchtbar kitschig-bunten Kinderkarussell und einer Hüpfburg.
Man braucht sowas nicht unbedingt durchziehen.
Vor allem dann nicht, wenn dieselbe Veranstaltung hier eine Querstraße weiter vor zwei Wochen erst ins Wasser fiel und trotzdem stattgefunden hat. Und schon gar nicht muss man das direkt unter meinem Fenster abarbeiten, wenn ich Samstags und überhaupt jeden Tag zu tun habe.
Ist doch für niemanden ein Spaß. Kommt, geht einfach nach Hause, macht es Euch nicht so schwer.
Der Evergreen an Suchbegriffen, mit dem dieses blog gefunden wird, ist seit Monaten schon: „Interpretation Don’t look back in Anger“. Also, liebe Englischlehrer, denkt Euch mal etwas anderes aus.
Heute aber erstmals etwas wirklich Hübsches: „US-amerikanischer Film, in dem Männer am Schluss singen und ertrinken“. Was könnte das denn sein?
Wenn ich wegen der nicht abreißenden Bohr-, Schrapp- und Hämmergeräusche aus der Nachbarwohnung vom heimischen Schreibtisch in die Staatsbibliothek flüchte, dann finde ich es nicht witzig, wenn unter dem Fenster des Orientlesesaals der Rasenmäher angeworfen wird, just in dem Moment, in dem ich mich dort niedergelassen habe.
Wenn ich dann mittels Kopierer den zu lesenden 30-Seitigen Aufsatz in einen Aufsatz-to-go verwandle und damit in ein nahe gelegenes Café flüchte, dann vergeht mir auch die Lust auf den Milchkaffee, so bald das Müllauto sich laut fauchend vor der Kaffeehausscheibe in Position stellt.
An zwei presslufthämmernden Straßenbaustellen vorbei zurück nach Hause gekommen, muss ich feststellen, dass der Nachbar inzwischen sein Repertoire noch weiter aufgerüstet hat, während der andere Nachbar mit bis zum Anschlag aufgedrehter Stereoanlage kontert.
Nun bin ich nicht der Typ für Ohropax. Ohropax erzeugt bei mir ein Gefühl von Klaustrophobie, eine übersteigerte Konzentration auf den Rhythmus des eigenen Atems sowie die Angst vor plötzlicher Überraschung durch äußere Faktoren, die man nicht kommen hörte.
Ich trage mich also ernsthaft mit dem Gedanken, meinen Aufsatz-to-go, meinen kleinen Klapprechner und ein paar Aprikosen einzupacken und mich damit auf einen nahe aber versteckt gelegenen alten Friedhof zurückzuziehen.
Ich mag das ja, wenn mein Nachbar am Freitagmorgen um kurz vor 7 damit anfängt, direkt auf der anderen Seite der Wand, an der ich schlafe, den Putz abzukratzen. Mit entschlossenen, kräftigen Spachtelstrichen. Echt, ich finde das total sympathisch.
Vor allem, weil heute ausnahmsweise die Bauarbeiter auf dem Gerüst gegenüber nicht seit viertel nach 7 mit Metallteilen um sich werfen. Wäre ja langweilig.
… irgendwo auf dieser Welt, die die Kindersendung „Kakadu“ auf Deutschlandradio Kultur mögen?
Ivar, kinderlos und von zu Hause aus werktätig, fühlt sich täglich um halb zwei akustisch belästigt und immer aufs Neue überrumpelt. Aber, so wie man ja auch manche Blogs oder Zeitschriften liest, weil es einen so schön gruselt, so hört man sich auch das manchmal an, und es kann einfach nicht sein, dass Kinder diese Mischung aus Vogel auf Droge und Moderation mit aufgesetzter Märchenerzähler-Stimme leiden können. Oder?
Dies einmal ganz ketzerisch gesagt über einen Sender, der sonst einer der besten überhaupt ist.
