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Ich finde, die ganz großen Schokoladen-Osterhasen von Li.ndt (die, auf denen „von Hand gewickelt“ draufsteht) sehen aus wie eine gemeine Idee von Jeff Koons.

Sobald die Kälte anfängt, in die Finger zu kriechen, wird das mit der wissenschaftlichen Laufbahn nicht unbedingt leichter.

Hier im Haus hat niemand ein Problem damit, die Wirtschaft ordentlich anzukurbeln. Es wird poliert, geschliffen, gepresslufthämmert was das Zeug hält. Von zwei Seiten und zu allen Tageszeiten, ab 7.30 morgens bis 21 Uhr abends. Sind das vielleicht Schwarzarbeiter-Arbeitszeiten?  Zieht sich deswegen die Renovierung einer zwei-Zimmer-Wohnung, die unmittelbar an mein Arbeitszimmer angrenzt, schon über zweieinhalb Monate hin? Mal ist zwei Tage Ruhe, dann wieder fünf Tage Geknatter. Eine Woche dauert es noch, vielleicht zwei, sagte der neue Nachbar Ende Oktober. Er sei es nicht gewesen, sagte er weiterhin, als ich mich beschwerte, dass Schutt aus dem Fenster auf mein wie immer vor dem Haus stehendes Fahrrad geworfen wurde. Es sei üblich, sagte ich, längere und größere Arbeiten im Haus wenigstens anzukündigen. Der neue Nachbar zuckte mit den Schultern und tat wie zuvor. Trifft er mich im Flur seitdem, schaut er mich an und grüßt nicht. Ich will eigentlich nicht fragen: Macht Besitz so – gleichgültig gegenüber anderen? Ich will kein linkes Klischee sein. Ich kenne  Gegenbeispiele. Aber bei reiflicher Überlegung: Ein Mieter könnte das nicht machen, der würde irgendwann Ärger bekommen. Schlussfolgerung: Besitz kann sowas machen.
Heute wieder Lärm ab 7.49 Uhr, und ich versuche, ein Buch zu schreiben.

Gerade gesehen: Let’s make Money von Erwin Wagenhofer.
Das ungute Gefühl, das man irgendwie auch vorher schon hatte, zum Beispiel beim Kauf von fünf T-Shirts zu je 4,99 Euro, es ist jetzt konkret geworden.
Lange sind die Szenen, in denen es sich um die Produktion von Produkten handelt, die wir alle kennen, täglich benutzen, von denen wir jetzt erfahren, wo sie herkommen. Es ist eine gewohnte Ikonographie: was als geniale Idee irgendwann in der Sendung mit der Maus begonnen hat und seit Jahren zum Produktplacement in sogenannten „Wissenssendungen“ verflacht ist, wurde hier endgültig und viel hintergründiger seiner Unschuld beraubt: Man muss sie mitdenken, die Hände, die die Nähte der billigen T-Shirts herstellen, die Verwüstung, die die Baumwoll-Monokultur in ganzen afrikanischen Landstrichen erzeugen, die Kinder, die Schüsseln voller Steine auf ihren Köpfen balancieren.
Und wenn man sie mitdenkt, dann bleibt die Frage, auf die sich alles immer mehr zuspitzt: Wie sollen wir leben, nach solch einem Verlust der Unschuld?

Einfach mal so behauptet:

Ein Kuchen kann Subversion sein oder zumindest eine Stellungnahme. Und Mag.gi ist wie Analphabetismus.

ET